Bevor du suchst
- Kaufbudget festgelegt — und daneben den Betrag, den das Auto pro Monat kosten darf.
- Reserve für die erste Runde eingeplant: Einlösen, fälliger Service, Reifen, allenfalls MFK.
- Jahresfahrleistung realistisch geschätzt — sie entscheidet die Antriebsfrage.
- Platzbedarf geklärt: Personen, Kindersitze, Kofferraum, Parkplatzgrösse.
- Zwei bis drei Modellreihen mit Motorisierung und Jahrgangsbereich gewählt, statt „irgendein Kombi“.
Am Inserat
- Erstinverkehrsetzung, Kilometerstand, MFK-Status, Serviceverlauf, Anzahl Halter und Unfallangabe vorhanden — jede fehlende Angabe ist eine Frage vor der Anfahrt.
- Preis mit mindestens fünf vergleichbaren Angeboten derselben Motorisierung und ähnlichem Kilometerstand eingeordnet.
- Auffällig tiefer Preis: Grund gefunden, nicht nur vermutet.
- „Ab MFK“ oder „letzte MFK“ verstanden — das sind zwei verschiedene Versprechen.
Am Telefon, vor der Anfahrt
- Letzter Service mit Datum, Kilometerstand und Belegen bestätigt.
- Unfallschäden, auch reparierte, direkt erfragt.
- Import ja oder nein, und ob alle Papiere vorliegen.
- Bei Automatik: Getriebeölwechsel erfragt.
- Zugesagt, dass der Motor bei deiner Ankunft kalt ist.
- Zugesagt, dass eine unabhängige Prüfung möglich ist.
An der Besichtigung
- Flanken aus fünf Metern im Streiflicht: Dellen, Spachtelstellen, Farbunterschiede.
- Spaltmasse an Haube, Türen und Heckklappe gleichmässig.
- Reifen: Profil, gleichmässiger Verschleiss, Alter, alle vier gleich.
- Motorraum kalt: Stände, Kühlmittelfarbe, feuchte Stellen, Krusten.
- Kofferraumboden angehoben: Feuchtigkeit, Rost, Reparaturspuren.
- Kaltstart selbst gehört: Rasseln, Klackern, Rauchfarbe.
- Innenraum: Verschleiss an Lenkrad, Pedalen und Sitz passt zum Kilometerstand.
Auf der Probefahrt
- Mindestens zwanzig Minuten, Ortsverkehr und Autobahn, die ersten Minuten ohne Radio.
- Volle Lenkeinschläge im Stand: kein Knacken, kein Mahlen.
- Kräftige Bremsung aus 60 km/h: kein Ziehen, kein Pulsieren, kein Vibrieren.
- Alle Gänge beziehungsweise alle Schaltvorgänge kalt und warm, ohne Ruckeln.
- Klimaanlage wird wirklich kalt.
- Alle Fenster, Spiegel, Sitze und Warnleuchten durchgespielt.
- Nach der Fahrt unters Auto geschaut: nichts tropft.
Papiere und Vertrag
- Fahrzeugausweis mit dem Fahrzeug abgeglichen: Fahrgestellnummer, Erstinverkehrsetzung, Gewichte, eingetragene Änderungen.
- Serviceheft lückenlos, Kilometerstände plausibel aufsteigend.
- Garantiebedingungen gelesen: Umfang, Dauer, Selbstbehalt, Werkstattbindung.
- Kaufvertrag schriftlich: Parteien, Fahrgestellnummer, Kilometerstand, Preis, Übergabetermin.
- Alle mündlichen Zusagen — unfallfrei, Serviceverlauf, „ab MFK“ — im Vertrag festgehalten.
- Unabhängiger Occasionstest gemacht oder bewusst dagegen entschieden.
Bei der Übergabe
- Alle Schlüssel, Serviceunterlagen, zweiter Radsatz und Zubehör wie vereinbart übergeben.
- Zahlung gegen Quittung oder bestätigten Vertrag, Übergabe erst nach gesicherter Zahlung.
- Versicherung und Einlösen organisiert: geklärt, ab wann du fahren darfst.
- Kilometerstand am Übergabetag im Vertrag notiert.
Kurz geklärt
Häufige Fragen
Muss ich wirklich jeden Punkt prüfen?
Je mehr davon offen bleibt, desto mehr kaufst du auf Vertrauen. Die Punkte vor der Anfahrt kosten nur ein Telefonat — sie zuerst zu klären spart die meisten vergeblichen Fahrten.
Was ist der wichtigste einzelne Punkt?
Der Abgleich von Serviceverlauf und Kilometerstand mit dem Zustand des Autos. Passt diese Geschichte nicht zusammen, hilft auch der beste Preis nichts.
Ersetzt die Checkliste einen Occasionstest?
Nein. Sie findet, was ohne Hebebühne sichtbar ist. Bei einem Auto, das du wirklich kaufen willst, bleibt der unabhängige Test die günstigste Absicherung.
