Vor der Anfahrt klären
- MFK-Status mit Datum, und wer eine allfällige Mängelbehebung übernimmt.
- Letzter Service: Datum, Kilometerstand, Werkstatt, und ob Belege vorliegen.
- Anzahl Halter und ob es ein Import ist.
- Unfallschäden, auch reparierte, und ob eine Reparaturrechnung existiert.
- Bei Automatikgetrieben: wurde das Getriebeöl je gewechselt.
- Ob du das Fahrzeug für eine unabhängige Prüfung vorführen darfst.
Der Rundgang, kalt
Bitte darum, dass der Motor kalt ist, wenn du ankommst. Ein warmgefahrener Motor versteckt Startprobleme, Rauch und Geräusche — und ein Verkäufer, der das Auto „schon warmgefahren“ hat, hat dir eine Information genommen.
- Aus fünf Metern über die Flanken schauen: Spiegelungen zeigen Dellen und Spachtelstellen, die von nah unsichtbar sind.
- Spaltmasse an Motorhaube, Türen und Heckklappe vergleichen. Ungleichmässigkeiten deuten auf Reparaturen hin.
- Farbunterschiede zwischen Blechteilen und Kunststoffteilen, besonders im Streiflicht.
- Reifen: Profiltiefe, gleichmässiger Verschleiss, DOT-Alter, alle vier von derselben Sorte.
- Motorraum kalt: Flüssigkeitsstände, Kühlmittelfarbe, Krusten und feuchte Stellen an Schläuchen und Dichtungen.
- Kofferraum ausräumen und den Boden anheben: Feuchtigkeit, Rost, Reparaturspuren am Blech.
- Kalt starten und die ersten Sekunden hören: Rasseln, Klackern, blauer oder weisser Rauch.
Die Probefahrt
Zwanzig Minuten sind das Minimum, und sie sollten Ortsverkehr, Landstrasse und wenn möglich Autobahn enthalten. Fahr die ersten Minuten mit ausgeschaltetem Radio.
- Auf einem leeren Platz: volle Lenkeinschläge links und rechts, auf Knacken und Mahlen achten.
- Aus 60 km/h kräftig bremsen: zieht das Auto, pulsiert das Pedal, vibriert das Lenkrad.
- Bei konstant 80 km/h Gas kurz weg und wieder drauf: Ruckeln oder Verzögerung deutet auf Getriebe oder Ladedruck.
- Automatik: alle Schaltvorgänge kalt und warm, auch das Zurückschalten beim Bremsen.
- Handschaltung: jeder Gang ohne Kratzen, Kupplung greift nicht erst am oberen Pedalweg.
- Klimaanlage einschalten und prüfen, ob sie wirklich kalt wird.
- Alle Fenster, Spiegel, Sitzverstellungen und Warnleuchten durchgehen.
- Nach der Fahrt: Motor laufen lassen, unters Auto schauen, ob etwas tropft.
Papiere in die Hand nehmen
Fahrzeugausweis mit dem Fahrzeug vergleichen: Fahrgestellnummer, Erstinverkehrsetzung, Gewichte, Leistung, Anzahl Plätze und eingetragene Änderungen. Serviceheft und Rechnungen auf Lücken prüfen — ein Sprung von 40 000 Kilometern zwischen zwei Einträgen ist eine Frage wert. Der Kilometerstand im letzten Serviceeintrag sollte zur Uhr passen.
Kurz geklärt
Häufige Fragen
Darf ich das Fahrzeug in eine Werkstatt meiner Wahl bringen?
Bei einem seriösen Verkäufer in der Regel ja, oft gegen Hinterlegung eines Ausweises. Ein Nein ohne nachvollziehbaren Grund ist selbst eine Information.
Wie erkenne ich einen manipulierten Kilometerstand?
Vergleiche Uhr, Serviceeinträge, Prüfberichte und den Verschleiss an Lenkrad, Pedalgummis und Fahrersitz. Passt der Zustand nicht zur Zahl, frag nach.
Soll ich beim Preis auf dem Platz verhandeln?
Verhandle mit konkreten Punkten — fällige Reifen, anstehende MFK, ein Mangel, den du gefunden hast. Ein pauschaler Abzug überzeugt niemanden.
