Elektro-Occasion

Elektroauto als Occasion: die Batterie ist der Motor der Kaufentscheidung

Bei einem Verbrenner fragst du nach dem Serviceverlauf. Bei einem Elektroauto fragst du nach der Batterie — und alles andere ist nachgeordnet, weil kein Bauteil des Fahrzeugs annähernd so viel wert ist.

Inhalt dieses Ratgebers
  1. 01Der Batteriezustand
  2. 02Reichweite im Schweizer Alltag
  3. 03Laden: die Frage vor dem Auto
  4. 04Kosten, die anders liegen als erwartet
  5. ?Häufige Fragen

Der Batteriezustand

Entscheidend ist die verbleibende nutzbare Kapazität gegenüber dem Neuzustand. Viele Hersteller geben eine Batteriegarantie über eine bestimmte Laufzeit und Kilometerleistung mit einer garantierten Restkapazität. Kläre für das konkrete Fahrzeug: läuft diese Garantie noch, ist sie auf dich übertragbar, und welche Restkapazität sichert sie zu.

  • Ein Zustandsbericht der Batterie aus einer Fachwerkstatt oder ein Herstellerauslesebericht ist bei einem gebrauchten Elektroauto das wichtigste Dokument überhaupt.
  • Frag nach dem Ladeverhalten: überwiegend Schnellladen belastet die Batterie stärker als langsames Laden zuhause.
  • Frag, in welchem Ladezustand das Fahrzeug meist stand — dauerhaft voll oder dauerhaft leer ist beides ungünstig.
  • Prüfe, ob Software- und Batterieupdates des Herstellers eingespielt wurden.

Reichweite im Schweizer Alltag

Die Normreichweite ist ein Laborwert. Rechne im Winter, mit Heizung, auf der Autobahn und am Berg mit einem deutlichen Abschlag gegenüber dem Datenblatt. Für die Kaufentscheidung zählt nicht die maximale Reichweite, sondern deine längste regelmässige Strecke — und ob du sie im Januar ohne Zwischenstopp fährst.

Laden: die Frage vor dem Auto

Wer zuhause laden kann, fährt elektrisch günstig. Wer es nicht kann, rechnet mit öffentlichen Tarifen, und der Kostenvorteil gegenüber einem Benziner schrumpft erheblich. Kläre diese Frage, bevor du Modelle vergleichst — sie entscheidet mehr als die Modellwahl.

  • In einer Mietwohnung oder Stockwerkeigentum braucht eine Ladestation die Zustimmung der Eigentümerschaft. Das kann dauern.
  • Prüfe die Ladeleistung des Fahrzeugs — Wechselstrom und Gleichstrom getrennt. Ältere Modelle laden teils deutlich langsamer als heute üblich.
  • Prüfe, welche Ladekabel mitkommen. Sie einzeln zu kaufen ist unangenehm teuer.

Kosten, die anders liegen als erwartet

Energie und Service sind bei einem Elektroauto in der Regel günstiger; Bremsen halten wegen der Rekuperation länger. Dafür sind Elektroautos schwer, was in Kantonen mit Gewichtsbesteuerung die Motorfahrzeugsteuer treibt, und die Versicherungsprämie ist nicht automatisch tiefer. Mehrere Kantone haben ihre Steuerbefreiungen für Elektrofahrzeuge inzwischen reduziert oder in Ermässigungen umgewandelt.

Kurz geklärt

Häufige Fragen

Wie viel Kapazität verliert eine Batterie pro Jahr?

Das schwankt stark je nach Modell, Nutzung und Klima. Statt mit einer Faustzahl zu rechnen, lass den Zustand der konkreten Batterie auslesen.

Ist ein gebrauchtes Elektroauto ein Risiko?

Es ist ein anderes Risiko. Das teure Bauteil ist bekannt und messbar — was bei einem Verbrenner mit unklarem Serviceverlauf nicht der Fall ist.

Lohnt sich ein Plug-in-Hybrid als Kompromiss?

Nur wenn du wirklich regelmässig lädst. Wird er nicht geladen, hat er die Nachteile beider Antriebe: das Gewicht der Batterie und den Verbrauch des Verbrenners.

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