Warum es keine Schweizer Autosteuer gibt
Die Besteuerung von Strassenfahrzeugen ist Sache der Kantone. Jeder Kanton legt selbst fest, welche Grösse er besteuert und mit welchem Tarif. Historisch war das fast überall der Hubraum; mit der Verbreitung von Elektrofahrzeugen haben viele Kantone in den letzten Jahren umgestellt, weil ein Elektroauto keinen Hubraum hat.
Die Bemessungsgrundlagen
| Grundlage | Was besteuert wird | Wen das begünstigt |
|---|---|---|
| Hubraum | Der Motorhubraum in cm³. | Kleine Motoren; Elektrofahrzeuge brauchen eine Sonderregel. |
| Gesamtgewicht | Das zulässige Gesamtgewicht laut Fahrzeugausweis. | Leichte Fahrzeuge; benachteiligt schwere Elektroautos. |
| Leergewicht | Das Gewicht des Fahrzeugs ohne Ladung. | Ähnlich wie Gesamtgewicht, unabhängig von der Zuladung. |
| Leistung | Die Nennleistung in kW. | Schwach motorisierte Fahrzeuge. |
| CO₂ | Der Emissionswert. | Sparsame und emissionsfreie Fahrzeuge. |
| Kombinationen | Meist Gewicht plus Leistung, teils zusätzlich CO₂. | Fahrzeuge, die in keiner Einzelgrösse auffällig sind. |
Was das praktisch heisst
Wenn du weisst, wie dein Kanton rechnet, weisst du, welche Zeile im Fahrzeugausweis dich Geld kostet. In einem Hubraumkanton ist der grössere Motor derselben Modellreihe der teurere; in einem Gewichtskanton ist es die schwerere Karosserievariante oder der Allradantrieb; in einem CO₂-Kanton kann sich ein sparsamer Antrieb doppelt lohnen. Das ist eine der wenigen Stellen, an denen eine Entscheidung beim Kauf über Jahre wirkt und sich exakt ausrechnen lässt.
Wo im Fahrzeugausweis du nachschauen musst
Die besteuerte Grösse steht bei jedem in der Schweiz eingelösten Fahrzeug im Fahrzeugausweis: Hubraum, Leergewicht und zulässiges Gesamtgewicht in den Gewichtsfeldern, die Nennleistung in kW, und bei neueren Fahrzeugen der CO₂-Wert. Wenn du zwei Angebote derselben Modellreihe vergleichst, ist das die einzige Zeile, aus der du den Steuerunterschied wirklich ablesen kannst — die Motorbezeichnung im Inserat genügt dafür nicht, weil dieselbe Bezeichnung über die Jahre unterschiedliche Werte tragen kann.
Fehlt die Angabe im Inserat, ist das eine der Fragen, die vor der Anfahrt geklärt werden. Ein Verkäufer, der das Fahrzeug hat, kann sie in dreissig Sekunden beantworten.
Allrad, Karosserie und die Ausstattungsfalle
Innerhalb einer Modellreihe wiegt die Kombiversion mehr als die Limousine, Allrad mehr als Frontantrieb, und ein grosses Panoramadach mit elektrischen Sitzen ebenfalls. In einem Kanton, der nach Gewicht besteuert, kostet dieselbe Modellreihe deshalb je nach Variante ein paar Dutzend bis über hundert Franken mehr pro Jahr — bei einer Haltedauer von sechs Jahren ist das ein Betrag, der eine Ausstattungsentscheidung tragen kann.
Rabatte und Zuschläge
Viele Kantone kennen Ermässigungen für emissionsarme Fahrzeuge, oft befristet auf die ersten Jahre nach der Erstinverkehrsetzung. Bei einer Occasion ist dieses Fenster häufig schon abgelaufen — ein Rabatt, mit dem der Erstbesitzer gerechnet hat, gilt für dich möglicherweise nicht mehr. Prüfe das, bevor du eine Ermässigung in dein Budget einrechnest.
Kurz geklärt
Häufige Fragen
Zahle ich die Steuer im Wohnkanton oder wo ich das Auto kaufe?
Massgebend ist der Standort, an dem das Fahrzeug eingelöst ist — in der Regel dein Wohnsitz. Wo du es gekauft hast, spielt keine Rolle.
Was passiert bei einem Umzug in einen anderen Kanton?
Das Fahrzeug wird im neuen Kanton eingelöst und ab dann nach dessen Tarif besteuert. Der bisherige Kanton rechnet anteilig ab.
Sind Elektroautos von der Steuer befreit?
Das war in mehreren Kantonen so und wird zunehmend zurückgenommen oder in eine Ermässigung umgewandelt. Für ein konkretes Fahrzeug und Jahr gilt nur die Auskunft des Kantons.
